Skandinavien 17.Etappe Montag 19. Juni 2023
Klemens Bont
Strecke: Narvik-
Fagerjorda- Straumsnes- Trældal- Björnfjell- Riksgränsen- Björkliden- Abisko-
Kiruna
186.4km, 1838hm, Fahrz. 9:41:00, Schnitt 19.2km/h
Letzte Nacht hatte ich nicht besonders gut
geschlafen. Im Hotelzimmer war es mir zu warm und das Fester liess sich nur
einen Spalt öffnen. Immerhin war das Frühstücksbüffet welches ich um 8Uhr
dann aufsuchte sehr gut. Um 9.30Uhr Checkte ich dann aus. Zuerst machte ich
dann eine Stadtrundfahrt, kaufte in einem Supermarkt Saft und schaute mir
noch die Bahnanlagen inklusive des Bahnhofes an. Die Eisenbahn spielt hier
vorallen für den Eisenerztransport von Kiruna zum Schiffshafen von Narvirk
eine wichtige rolle. Um 10Uhr verließ ich dann Narvik. Auf einer mäßig
befahrenen Straße ging es dann um dem Rombakenfjord Herum zur E10
Transithauptstrasse. Zu meinem Erstaunen hatte es auf der E10 aber nur wenig
Verkehr und die Autofahrer fuhren anständig. Um die Mittagszeit nach etwa
50km Fahrt verließ ich dann erstmals den Asphalt um mir die Bahnstation
Björnfiell anzusehen. Hier hatte es eine große 3Spurige Ausweichstelle für
die Züge und die Weichen dazu waren wohl wegen den harten Wintern mit
Tunnelhallen überdacht. Von der Bahnstation ging es dann auf einer Wander-/Bikeroute
weiter zur Norwegisch/ Schwedischen Grenze bei der Skistation Riksgränsen.
Hier suchte ich dann erstmals einen schwedischen Supermarkt auf. Dabei ist
mir aufgefallen, dass hier das Angebot an ungesundem Zeugs wie Zuckerwaren
und Alkohol gross war. Nach dieser kurzen Pause radelte ich dann um 13.30
Uhr wieder auf der E10 Straße weiter bis zur kleinen Ortschaft Abisko mitten
im schwedischen Nationalpark. Nun war es bereits 15.15Uhr und es waren noch
95km bis nach Kiruna. Also packte ich nochmals die Gelegenheit, mich im
Supermarkt zu stärken. Ich tankte einen Liter Yoghurtmilch und füllte meine
Bidons mit einem Stark kalorienhaltigen Mangosaft. Ebenfalls buchte ich noch
ein Zimmer für 122€ in einem Hotel/Hostel in Kiruna. Da ich dort bis
spätestens 21Uhr einchecken musste gab ich Gas. Also fuhr ich die nächsten
90km oder 4Std auf der Transithauptstrasse durch die grüne Thundra
Landschaft die eigentlich noch schön war, aber irgendwann eintönig wurde.
Auf diesen 90km gab es neben der Strasse überhaupt nichts außer
Waldgestrüpp. Keine Häuser, keine Tankstelle, kein Restaurant einfach nur
Natur. Auf der in der Nähe vorbeiführenden Bahnlinie konnte man immer wieder
einen langen Güterzug mit dem Eisenerz transportiert wurde sehen. Auf der
Straße war auch nicht allzu viel Los. Durchschnittlich etwa ein Auto pro
Minute überholte mich. Um 19.30Uhr erreichte ich dann den Ortsrand von
Kiruna und hatte dabei erste Eindrücke von dem riesigen Bergbaugebiet wo
ganze Hügel abgetragen wurden. Auch am neuen Bahnhof etwa 3km ausserhalb des
Stadtzentrums kam ich dann noch vorbei. Das Stadtzentrum selbst sah dann
irgendwie recht abgefuckt aus. Und mir fiel auf dass sich einige Gebäude
schon im Abbruch befanden und viele Geschäfte und Kneipen nicht mehr in
Betrieb waren. Auch das Hotel welches ich um 20Uhr erreicht machte nicht
gerade den besten Eindruck. Ich forschte dann kurz im Internet nach, und
erfuhr dabei dass die Stadt innert 10 bis 15 Jahren am heutigen Standort
verschwunden sein wird und 6km weiter östlich neu aufgebaut wird. Der
Bergbaukonzern möchte hier sein Territorium erweitern weil unter der Stadt
seltene Erden zu finden sind. Im Hotel durfte dann mein Velo auch nicht ins
Zimmer. Ich brachte es aber dann trotzdem dort in Sicherheit. Das Zimmer bot
auch nicht das was man 122€ erwarten dürfte. Klein, Primitive Dusche/ WC.
Fürs Abendessen ging ich mal in ein naheliegendes Hotel-Pub, doch dort gab
es nichts für mich. Als Alternative gab es dann eine Art Kebab/
Hamburgerimbiss in einer besseren Baracke.
Morgen werde ich meine
Heimreise mit dem Zug antreten und dazwischen zur Abwechslung noch 2 bis 3
Abschnitte mit dem Velo machen....Da ist noch einiges offen. Die Züge habe
ich mal bis Malmö reserviert und sonst bin ich ja mit den 3 Tagen welche mir
das Interrailticket noch zur Verfügung steht relativ flexibel. Am Donnerstag
Abend möchte ich dann zwar wieder zuhause sein.
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